Das Gunda-Werner-Institut hat zusammen mit einigen Landesstiftungen der Heinrich-Böll-Stiftung die Expertise: Die antifeministische Männerrechtsbewegung – Denkweisen, Netzwerke und Onlinemobilisierung beauftragt und herausgegeben. Erstellt von Hinrich Rosenbrock (Lehrassistent an der Ruhr-Universität Bochum) gibt sie viele interessante Einblicke in die Männerrechtsbewegung.
Mehr zum Thema hier
Dienstag, 24. Januar 2012
Expertise: Die antifeministische Männerrechtsbewegung
Geschrieben von Francesca Schmidt
in Publikationen
um
12:41
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: ankündigung, antifeminismus, männer, männerrechtler, publikation, publikationen
Mittwoch, 16. November 2011
Was ist der Streit-Wert? Bündnisse – Ein Weg zu erfolgreicher Geschlechterpolitik?
Das Gunda-Werner-Institut lädt alle ganz herzlich ein, sich an der aktuellen Online-Debatte „ Bündnisse – Ein Weg zu erfolgreicher Geschlechterpolitik? Was ist der Streit Wert?“ zu beteiligen.
Zentrale Fragen:
Ausgangsüberlegung: Denn auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten geschlechterpolitische Fortschritte errungen wurden, ist eine emanzipative Geschlechterpolitik in vielen Bereichen rückläufig oder stagniert. Von einem einheitlichen feministischen „Wir“ ist nicht mehr auszugehen. Frauenpolitische/feministische Ansätze haben sich längstausdifferenziert und sind sichtbar divers, auch emanzipierte Männer diskutieren mit.
Den gelungenen Auftakt in dieser Woche gab Malathi de Alwis mit einem Text über internationale/transnationale feministische Bündnisse.
Heute im Blog: „JedeRevolution ist eine Chance – auch für ägyptische Frauen?“ von Mona Hanafi El Siofi.
EineDebatte über Bündnisse mit spannenden Beiträgen und Einblicken von spannenden Menschen: María do Mar Castro Varela(angefragt), Nadine Lantzsch, Katja Kinder, Katrin Rönicke, Sven Lehmann, Eske Wollrad, Ahmad Mansour (zugesagt), Inge von Bönninghausen, Kübra Gümüsay (angefragt), Aimee Carrillo Rowe (zugesagt), Sonja Eismann, uvm.
Aber seht selbst, klickt, kommentiert, schreibt rein und erzählt’sweiter.
Zentrale Fragen:
- Ist Bündnispolitik eine Chance, geschlechterpolitische Ziele zu erreichen und ausder geschlechterpolitischen Stagnation bzw. dem Roll Back heraus zu kommen?Welche Bündnisformen und Bündnisse sollten Feministinnen (nicht) eingehen?
- Wie sollte Bündnispolitik gestaltet werden, um feministische und emanzipatorischeZiele zu erreichen?
- Was ist erforderlich?
- Wer ist einzubinden, warum?
Ausgangsüberlegung: Denn auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten geschlechterpolitische Fortschritte errungen wurden, ist eine emanzipative Geschlechterpolitik in vielen Bereichen rückläufig oder stagniert. Von einem einheitlichen feministischen „Wir“ ist nicht mehr auszugehen. Frauenpolitische/feministische Ansätze haben sich längstausdifferenziert und sind sichtbar divers, auch emanzipierte Männer diskutieren mit.
Den gelungenen Auftakt in dieser Woche gab Malathi de Alwis mit einem Text über internationale/transnationale feministische Bündnisse.
Heute im Blog: „JedeRevolution ist eine Chance – auch für ägyptische Frauen?“ von Mona Hanafi El Siofi.
EineDebatte über Bündnisse mit spannenden Beiträgen und Einblicken von spannenden Menschen: María do Mar Castro Varela(angefragt), Nadine Lantzsch, Katja Kinder, Katrin Rönicke, Sven Lehmann, Eske Wollrad, Ahmad Mansour (zugesagt), Inge von Bönninghausen, Kübra Gümüsay (angefragt), Aimee Carrillo Rowe (zugesagt), Sonja Eismann, uvm.
Aber seht selbst, klickt, kommentiert, schreibt rein und erzählt’sweiter.
Geschrieben von Francesca Schmidt
in Feminismus, Gender
um
13:46
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: ankündigung, feminismus, frauenbewegung, gender, gleichberechtigung, globalisierung, identität, identitätspolitik, lgbti, medien, queer
Dienstag, 2. August 2011
SlutWalk Berlin - am 13. August 2011 um 15 Uhr, Wittenbergplatz
Aufruf des SlutWalk Berlin
(Please see below for English version)
Was ist der Slutwalk[1]?
Was in Toronto Anfang des Jahres begann, entwickelt sich zu einer globalen Emanzipationsbewegung. Menschen protestieren für ihr Recht auf Selbstbestimmung hinsichtlich Körper, Geschlecht und sexuellem Begehren.
Wir haben es satt in einem System zu leben, das sexualisierte Übergriffe, Gewalt und Belästigungen verharmlost, legitimiert und den Betroffenen die Schuld gibt.
"SlutWalk Berlin - am 13. August 2011 um 15..." vollständig lesen »
(Please see below for English version)
Was ist der Slutwalk[1]?
Was in Toronto Anfang des Jahres begann, entwickelt sich zu einer globalen Emanzipationsbewegung. Menschen protestieren für ihr Recht auf Selbstbestimmung hinsichtlich Körper, Geschlecht und sexuellem Begehren.
Wir haben es satt in einem System zu leben, das sexualisierte Übergriffe, Gewalt und Belästigungen verharmlost, legitimiert und den Betroffenen die Schuld gibt.
"SlutWalk Berlin - am 13. August 2011 um 15..." vollständig lesen »
Geschrieben von Gunda-Werner-Institut
in Feminismus
um
14:39
| Kommentar (1)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: ankündigung, antisexismus, aufklärung, berlin, diskriminierung, gender walks, sexismus, sexualisierte gewalt, veranstaltungen
Montag, 7. März 2011
Tatort Stadion: Fußball und Diskriminierung
Wie unterschiedlich die Bedingungen verschiedener Geschlechter im Fußball immer noch sind, zeigt ein aktueller Artikel mit Daten, Zahlen, Fakten rund um den Fußball von Frauen von Petra Rost auf der Website des Gunda-Werner-Instituts.
Ab heute, Montag 7. März ist in Berlin auch eine Ausstellung zu Fußball und Diskrminierung zu sehen: Mit Tatort Stadion 2 wurde eine ältere Variante der Ausstellung von 2001 vom Bündnis Aktiver Fußballfans überarbeitet und erweitert.
Die Macher_innen zu ihrer Ausstellung: "Wir beschreiben ganz unterschiedliche Diskriminierungsformen (Sexismus, Antisemitismus, Homophobie usw.), informieren über die Aktivitäten von NPD und Kameradschaften im Fußballumfeld oder über die Rolle von Fanzines, Musik und Internet. Dokumentiert sind jedoch auch vielfältige Aktionenvon Fans und anderen Akteuren gegen Diskrminierung - dieses Engagemnt zu zeigen und weiter anzuregen, ist ein zentrales Anliegen der Ausstellung".
Die Ausstellung wird vom 7. März bis 2. April 2011 gezeigt von und bei GOAL, Montag bis Samstag 11 bis 19 Uhr.
Ausstellungseröffnung ist am 7. März 2011 um 18 Uhr mit Bernd Schultz (Präsident des Berliner Fußballverbandes), Stefanie Lohaus (Missy Magazine), Eren Ünsal (Leiterin der Landesantidiskriminierungsstelle) und Tülin Duman (GOAL).
Ab heute, Montag 7. März ist in Berlin auch eine Ausstellung zu Fußball und Diskrminierung zu sehen: Mit Tatort Stadion 2 wurde eine ältere Variante der Ausstellung von 2001 vom Bündnis Aktiver Fußballfans überarbeitet und erweitert.
Die Macher_innen zu ihrer Ausstellung: "Wir beschreiben ganz unterschiedliche Diskriminierungsformen (Sexismus, Antisemitismus, Homophobie usw.), informieren über die Aktivitäten von NPD und Kameradschaften im Fußballumfeld oder über die Rolle von Fanzines, Musik und Internet. Dokumentiert sind jedoch auch vielfältige Aktionenvon Fans und anderen Akteuren gegen Diskrminierung - dieses Engagemnt zu zeigen und weiter anzuregen, ist ein zentrales Anliegen der Ausstellung".
Die Ausstellung wird vom 7. März bis 2. April 2011 gezeigt von und bei GOAL, Montag bis Samstag 11 bis 19 Uhr.
Ausstellungseröffnung ist am 7. März 2011 um 18 Uhr mit Bernd Schultz (Präsident des Berliner Fußballverbandes), Stefanie Lohaus (Missy Magazine), Eren Ünsal (Leiterin der Landesantidiskriminierungsstelle) und Tülin Duman (GOAL).
Montag, 31. Januar 2011
Tussi on Tour
Auch unter Feminist_innen gehen die Meinungen auseinander, was von 20ELF zu erwarten ist: die 6. Fußball-WM der Frauen - oder die 6. Frauenfußball-WM?
Am 10. November 2010 startete das Gunda-Werner-Institut mit seinem Green Ladies Lunch die Kampagne gender kicks 2011. Dabei gabe es zahlreiche Plädoyers dafür, von Frauenfußball zu sprechen. Auf diese Weise solle deutlich werden, dass es sich um eine eigene Sportart handle, die gerade nicht in Vergleich zu Männerfußball steht, sondern seine eigene Geschichte entwickelt. Wenn die aktuelle Situation des Frauenfußballs analysierte werde, dann sei der Vergleich mit den Männern (in Hinsicht auf Publikumszahlen, Traditionen, wirtschaftliches Potential) wenig hilfreich, sinnvoller seien Blicke zurück und nach vorn: Wie hat sich Frauenfußball entwickelt und welche Entwicklungsmöglichkeiten hat er?
Das Projekt F_IN Frauen im Fußball sammelt Fanaktivitäten gegen Sexismus und verweist auf die Aktion "Sektion Niedlich", die meint: "Es gibt Kinderfußball, dort gelten die Abseits- und Rückpassregeln nicht. … Es gibt Blindenfußball, da spielt man mit einer Rassel im Ball. Es gibt Beachsoccer, den spielt man auf Sand. … Aber so etwas wie Frauenfußball gibt es nicht. Oder wo liegt da der Unterschied?"
Was für diese Sichtweise spricht, wird deutlich bei der Feststellung, dass im Vorfeld einer Frauenfußball-WM auch "echte Frauenprodukte" (O-Ton) auf den Markt geworfen werden: Ab März ist Fußball-Barbie mit deutschem Trikot erhältlich.
Wer dagegen selbst als Barbie look-a-like ins Stadion will, besorgt sich das passende Outfit bei Tussi on Tour.
Am 10. November 2010 startete das Gunda-Werner-Institut mit seinem Green Ladies Lunch die Kampagne gender kicks 2011. Dabei gabe es zahlreiche Plädoyers dafür, von Frauenfußball zu sprechen. Auf diese Weise solle deutlich werden, dass es sich um eine eigene Sportart handle, die gerade nicht in Vergleich zu Männerfußball steht, sondern seine eigene Geschichte entwickelt. Wenn die aktuelle Situation des Frauenfußballs analysierte werde, dann sei der Vergleich mit den Männern (in Hinsicht auf Publikumszahlen, Traditionen, wirtschaftliches Potential) wenig hilfreich, sinnvoller seien Blicke zurück und nach vorn: Wie hat sich Frauenfußball entwickelt und welche Entwicklungsmöglichkeiten hat er?
Das Projekt F_IN Frauen im Fußball sammelt Fanaktivitäten gegen Sexismus und verweist auf die Aktion "Sektion Niedlich", die meint: "Es gibt Kinderfußball, dort gelten die Abseits- und Rückpassregeln nicht. … Es gibt Blindenfußball, da spielt man mit einer Rassel im Ball. Es gibt Beachsoccer, den spielt man auf Sand. … Aber so etwas wie Frauenfußball gibt es nicht. Oder wo liegt da der Unterschied?"
Was für diese Sichtweise spricht, wird deutlich bei der Feststellung, dass im Vorfeld einer Frauenfußball-WM auch "echte Frauenprodukte" (O-Ton) auf den Markt geworfen werden: Ab März ist Fußball-Barbie mit deutschem Trikot erhältlich.
Wer dagegen selbst als Barbie look-a-like ins Stadion will, besorgt sich das passende Outfit bei Tussi on Tour.
Montag, 13. Dezember 2010
Auf der politischen Ebene: Null Willen
Abschließendes Interview mit Ute Scheub zum 10. Jahrestag der Resolution 1325
Was nimmst Du von der Konferenz mit?
Ich habe mitkonzipiert und war früh involviert. Ich bin sehr glücklich das es im Großen und Ganzen gelaufen ist wie geplant. Die partizipativen Elemente waren wichtig. Es war wichtig, dass Leute ins Gespräch kommen und das dieser Dialog auf Augenhöhe stattfindet und das nicht weiße Menschen von oben herab Weisheiten verkünden. Wichtig war auch die Thematisierung von Männlichkeit sowohl von bewaffneter Männlichkeit wie auch sexualisierter Gewalt gegenüber Männern. Männer sind eben auch Opfer. Das ist glaub ich sehr gut angekommen, das wir das so zum ersten Mal in solch einem Rahmen thematisiert haben. Wichtig waren mir ebenfalls die Visionen, auch als Experiment und neues Element. Die Rückmeldungen lassen darauf schließen dass es den Leuten gefallen hat, dass es ein gewisses Empowerment gegeben hat. "Auf der politischen Ebene: Null Willen" vollständig lesen »
Was nimmst Du von der Konferenz mit?
Ich habe mitkonzipiert und war früh involviert. Ich bin sehr glücklich das es im Großen und Ganzen gelaufen ist wie geplant. Die partizipativen Elemente waren wichtig. Es war wichtig, dass Leute ins Gespräch kommen und das dieser Dialog auf Augenhöhe stattfindet und das nicht weiße Menschen von oben herab Weisheiten verkünden. Wichtig war auch die Thematisierung von Männlichkeit sowohl von bewaffneter Männlichkeit wie auch sexualisierter Gewalt gegenüber Männern. Männer sind eben auch Opfer. Das ist glaub ich sehr gut angekommen, das wir das so zum ersten Mal in solch einem Rahmen thematisiert haben. Wichtig waren mir ebenfalls die Visionen, auch als Experiment und neues Element. Die Rückmeldungen lassen darauf schließen dass es den Leuten gefallen hat, dass es ein gewisses Empowerment gegeben hat. "Auf der politischen Ebene: Null Willen" vollständig lesen »
Geschrieben von Hanna
in Frieden&Sicherheit, UN-Resolutiuonen
um
18:18
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: frauen, Frieden&Sicherheit, konflikt, männer, un-resolution 1325, UN-Resolutiuonen
Das beste Ergebnis...
Abschließendes Interview zur Konferenz zum 10. Jahrestag der Resolution 1325 mit Heide Schütz, Vorstand des Frauen Netzwerks für Frieden, Bonn

Was nimmst Du von der Konferenz mit?
Diese sehr umfangreiche Resolution 1325 in allen ihren Konsequenzen kann man nur dann wirklich ausloten wenn man in so einer Konferenz mit internationalen Frauen zusammen ist und immer wieder neue Perspektiven diskutiert. Da hab ich was dazu gelernt.Es geht mir insbesondere um die einzelnen Barrieren die einer Umsetzung der Resolution im Wege stehen.Wie können Frauen geschützt werden? Nicht nur vom Militär sondern in erster Linie dadurch, dass kein Krieg geführt wird. Darüber wurde leider nicht gesprochen. Wie kommen Frauen an die Friedenstische? Das war in den einzelnen Länderforen natürlich Thema. Eine Konferenz ist unverzichtbar und ich bin der Heinrich Böll Stiftung sehr dankbar, das sie das organisiert hat, sodass man auch an den drei Tagen in die Breite diskutieren konnte. Das beste Ergebnis dieser Konferenz für mich ist das sich hier eine Gruppe von interessierten Frauen, die auch schon länger zusammenarbeitet, zusammensetzen wird und ein Model National Action Plan zur Umsetzung der Res. 1325 erstellen wird. Somit wird ein positiver Entwurf geschaffen. Gleichzeitig kommen wir von den Schattenberichten weg, die die Bundesregierung als Umsetzung der Resolution 1325 gegenüber den Vereinten Nationen ausgegeben hat, anstatt einen eigenen Nationalen Aktionsplan zu entwickeln. "Das beste Ergebnis..." vollständig lesen »
Rechts im Bild: Heide Schütz
Was nimmst Du von der Konferenz mit?
Diese sehr umfangreiche Resolution 1325 in allen ihren Konsequenzen kann man nur dann wirklich ausloten wenn man in so einer Konferenz mit internationalen Frauen zusammen ist und immer wieder neue Perspektiven diskutiert. Da hab ich was dazu gelernt.Es geht mir insbesondere um die einzelnen Barrieren die einer Umsetzung der Resolution im Wege stehen.Wie können Frauen geschützt werden? Nicht nur vom Militär sondern in erster Linie dadurch, dass kein Krieg geführt wird. Darüber wurde leider nicht gesprochen. Wie kommen Frauen an die Friedenstische? Das war in den einzelnen Länderforen natürlich Thema. Eine Konferenz ist unverzichtbar und ich bin der Heinrich Böll Stiftung sehr dankbar, das sie das organisiert hat, sodass man auch an den drei Tagen in die Breite diskutieren konnte. Das beste Ergebnis dieser Konferenz für mich ist das sich hier eine Gruppe von interessierten Frauen, die auch schon länger zusammenarbeitet, zusammensetzen wird und ein Model National Action Plan zur Umsetzung der Res. 1325 erstellen wird. Somit wird ein positiver Entwurf geschaffen. Gleichzeitig kommen wir von den Schattenberichten weg, die die Bundesregierung als Umsetzung der Resolution 1325 gegenüber den Vereinten Nationen ausgegeben hat, anstatt einen eigenen Nationalen Aktionsplan zu entwickeln. "Das beste Ergebnis..." vollständig lesen »
Geschrieben von Hanna
in Frieden&Sicherheit, UN-Resolutiuonen
um
17:31
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Freitag, 19. November 2010
Selbstmanagement und Quote oder: Wie gelangen Frauen über den akademischen Mittelbau hinaus?
Etwas versteckt und damit ironischerweise bereits der Thematik des Abends gemäß, findet der Ladies Lunch on Tour im 2. Stock der Hannover Hochschule für Musik, Theater und Medien statt. Seit 1999 gibt es den Ladies Lunch unter Schirmherrin Claudia Roth bereits auf Bundesebene, seit circa 7 Jahren in Niedersachsen.
Die gastgebende Hochschule hat einen im Vergleich zu anderen deutschen Universitäten mit ca. 22% (sic!) verhältnismäßig hohen Professorinnenanteil und auch einen höheren Anteil weiblicher Studierender vorzuweisen. Gender Bias spielen aber auch hier eine weitere Rolle: Die Auswahl der Instrumente von Musiker_innen folgt noch immer einer zumeist geschlechtsstereotypen Zuweisung und auch die von den Professorinnen vertretenen Fächer erscheinen eindeutig genderisiert.
Seit Jahren sind die Zahlen bekannt: Gegenüber 55% weiblichen Hochschulabsolventen, sind Professorinnen nur zu 17% an den Universitäten vertreten. Welche Selektionsmechanismen gibt es und wie finden diese an den Universitäten statt? Welche Wege sind die auf dem Podium vertretenen Professorinnen gegangen?
Die gastgebende Hochschule hat einen im Vergleich zu anderen deutschen Universitäten mit ca. 22% (sic!) verhältnismäßig hohen Professorinnenanteil und auch einen höheren Anteil weiblicher Studierender vorzuweisen. Gender Bias spielen aber auch hier eine weitere Rolle: Die Auswahl der Instrumente von Musiker_innen folgt noch immer einer zumeist geschlechtsstereotypen Zuweisung und auch die von den Professorinnen vertretenen Fächer erscheinen eindeutig genderisiert.
Seit Jahren sind die Zahlen bekannt: Gegenüber 55% weiblichen Hochschulabsolventen, sind Professorinnen nur zu 17% an den Universitäten vertreten. Welche Selektionsmechanismen gibt es und wie finden diese an den Universitäten statt? Welche Wege sind die auf dem Podium vertretenen Professorinnen gegangen?
- Den klassischen Fall des Mentors, den neuen Weg aus der Berufspraxis in die Lehre öffnend, erwähnt Prof. Susanne Koechert. Es folgt der - auch seit Jahren altbekannte, aber offensichtlich in der Praxis nicht umgesetzte - Hinweis, dass Frauen sich in bestehende Netzwerke integrieren und eigene knüpfen müssen.
- Die wohl eindringlichste und forderndste Stimme auf dem Podium vertritt Prof. Dr.-Ing. Birgit Glasmacher: "Wenn Frauen nur fordernd genug sind, kommen sie genauso weit!" Gleichwohl für die Einführung bzw. Beibehaltung einer die ersten Schritte ermöglichenden Quotierung, postuliert sie an diesem Abend mehrmals, dass Frauen mehr Eigenitiative und souveräneres wie mutigeres Auftreten an den Tag legen müssten als bisher. Auch wenn die im Ausland erlebte und gelebte Selbstverständlichkeit von Frauen in technischen Kontexten eine höhere ist und noch immer Vorbilder fehlen, müssen Frauen selbst für sich eintreten und nicht immer zurückweichen.
- Auf die Notwendigkeit einer hohen Frustrationstoleranz im Rahmen einer wissenschaftlichen Laufbahn und deren oft längerfristigen Durststrecken verweist Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann.
Vor dem Hintergrund dieser exemplarischen Bildungsbiografien wurden Perspektiven möglicher Förderungsformen diskutiert. Unisono bejaht wird die Frage nach Stellen-Förderungsprogrammen für Frauen, wie dem nur noch für Hochschulen der Künste fortgeführten Dorothea-Erxleben-Programm. Diese gleichstellungspolitischen Instrumente sind trotz eventueller und meist temporärer Show-Effekte und noch immer andauernden Diskussionen um die vermeintlich damit verbundene Benachteiligung von Männern nach wie vor notwendig, um mindestens ebensogut qualifizierten Frauen Zutritt zu höheren Stellen zu verschaffen. Dies und ein selbstsicheres und forderndes Auftreten sei das Rezept für die Präsenz von Frauen in höheren akademischen Posten. Auch Gender-Coachings für Personalverantwortliche und Vertreter_innen in Findungskommissionen können ein geeignetes Mittel sein, um die strukturelle Ungleichheit zu bewältigen.
Ist die Quintessenz dieser aus einer royalen Position heraus geführten Debatte - lautet der zur Vollständigkeit ergänzte Titel der Veranstaltung doch Ladies Lunch on Tour - Königinnen ohne Land - wieder einmal die Integration von durch besseres Selbstmanagement bessere Männer werdende Frauen in tradierte und unhinterfragte (Universitäts)Strukturen? Viele weitere Fragen blieben in der Debatte unbeantwortet - unstrittig blieb jedoch, dass das Ziel einer anteilsmäßigen Gleichstellung von Frauen in Universitäten keine randständige Frage mehr darstellt.
Ist die Quintessenz dieser aus einer royalen Position heraus geführten Debatte - lautet der zur Vollständigkeit ergänzte Titel der Veranstaltung doch Ladies Lunch on Tour - Königinnen ohne Land - wieder einmal die Integration von durch besseres Selbstmanagement bessere Männer werdende Frauen in tradierte und unhinterfragte (Universitäts)Strukturen? Viele weitere Fragen blieben in der Debatte unbeantwortet - unstrittig blieb jedoch, dass das Ziel einer anteilsmäßigen Gleichstellung von Frauen in Universitäten keine randständige Frage mehr darstellt.
Mittwoch, 10. November 2010
Der Kampf um die Anerkennung von LGBTI-Rechten als Menschenrechte
Auszug aus dem Editorial:
"Homosexuality is outlawed in 38 African countries. In some countries offenders can be punished with death and in many more with harsh jail sentences. Recent developments have attracted international attention and once more underlined the precarious human rights situation of LGBTI people on the continent. In Uganda, an Anti-Homosexuality Bill was tabled in parliament, proposing to broaden the criminalisation of homosexuality and to introduce the death penalty under certain circumstances, including for people who have previous convictions of the “offence of homosexuality” or have same sex relations while being HIV-positive. In Malawi, a gay couple was sentenced to 14 years hard labour and only freed after international condemnation. Fuelled by homophobic utterances of political and religious leaders, opposition to homosexuality is often embedded in tradition, religion and culture. Ignoring factual history, non-normative sexual orientations and gender identities are dismissed on the basis that they are Western imports and “un-African”."
Die Broschüre bietet einen Einblick in das Verständnis von Homophobie in Afrika, zeigt Beispiele aus Nigeria auf, beleuchtet Identitätskonzepte und sexuelle Rechte im Südafrika der Postapartheit.
Die Bröschüre steht zum Download zur Verfügung.
Weitere Informationen findet man hier.
Geschrieben von Francesca Schmidt
in Gender
um
16:31
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: afrika, gender, hate crimes, heteronormativität, lesben, lesbenbewegung, lgbti, männer, politik, schwul, trans*
Montag, 8. November 2010
In Retrospective 2 - Interview with Hanaa Edwar Busha
Interview with Hanaa Edwar Busha from the Iraqi Al-Amal Association
What do you take with you from this conference?
It was a very good opportunity for me to meet women of different countries and I discovered different perspectives not only on gender but also on conflict and gender in conflict situations, which is the main thing that I am working in Iraq on. The fact that we can make an exchange of our experiences in Iraq, Afghanistan, Congo and other parts of the world is very important for us.
What advice would you give to people interested in the subjects of the conference that want to get involved?
It is very important –regardless if you are a student, an academic or any “ordinary” person- that you work with the people and that you make your own opinion on what is going on and make that opinion heard. What is happening to the people? You also have to question the intervention of your government in different matters. You have to have an opinion on that: is it correct? Does it need modification? Is it on the interest of your people? Is it on the interest of other people? These questions are essential when you speak about consolidating democracy or democratic regimes in the world.
What do you take with you from this conference?
It was a very good opportunity for me to meet women of different countries and I discovered different perspectives not only on gender but also on conflict and gender in conflict situations, which is the main thing that I am working in Iraq on. The fact that we can make an exchange of our experiences in Iraq, Afghanistan, Congo and other parts of the world is very important for us.
What advice would you give to people interested in the subjects of the conference that want to get involved?
It is very important –regardless if you are a student, an academic or any “ordinary” person- that you work with the people and that you make your own opinion on what is going on and make that opinion heard. What is happening to the people? You also have to question the intervention of your government in different matters. You have to have an opinion on that: is it correct? Does it need modification? Is it on the interest of your people? Is it on the interest of other people? These questions are essential when you speak about consolidating democracy or democratic regimes in the world.
Geschrieben von Jehn Chan
in Frieden&Sicherheit, UN-Resolutiuonen
um
16:31
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
In retrospective - Interview with Rebecca Stubblefield
Interview with Rebecca Stubblefield from medica mondiale Liberia.
What do you take with you from this conference?
I received a lot of solidarity and information from across the globe, vital information and critical analysis of the different situation of different places. Alone the fact of seeing different people from all around the globe understading what you are talking about and where you are standing, feeling the same way, is a huge boost for me.
What advice would you give to people interested in the subjects of the conference that want to get involved?
The essence of the issue of gender centers around justice, equality, respect and human rights. If those things are your interests, you have already taken the first step. Basically it is always good to have a good understanding of the culture in which you want to venture with your work because people understand different things from different perspectives at different levels and you have to be very careful that the message that you carry across is very especific and stands against discrimination and disrespect. Our messages have to clarify those things we fight for and those we are against. In the meantime, start with respecting diversity and respecting the views of others.
I received a lot of solidarity and information from across the globe, vital information and critical analysis of the different situation of different places. Alone the fact of seeing different people from all around the globe understading what you are talking about and where you are standing, feeling the same way, is a huge boost for me.
What advice would you give to people interested in the subjects of the conference that want to get involved?
The essence of the issue of gender centers around justice, equality, respect and human rights. If those things are your interests, you have already taken the first step. Basically it is always good to have a good understanding of the culture in which you want to venture with your work because people understand different things from different perspectives at different levels and you have to be very careful that the message that you carry across is very especific and stands against discrimination and disrespect. Our messages have to clarify those things we fight for and those we are against. In the meantime, start with respecting diversity and respecting the views of others.
Geschrieben von Jehn Chan
in Frieden&Sicherheit, UN-Resolutiuonen
um
16:25
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Dienstag, 2. November 2010
No nation is better then the other once masculinity and power merge
Der vierte Workshop zum Thema Männlichkeit befasste sich mit dem Thema Militarisierte Männlichkeit in Krisen und Konflikten: Was heißt das für die Konfliktbearbeitung?" Den Input erbrachte Paul Higate, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Bristol. Er forscht zu militarisierter Männlichkeit und beschäftigt sich aktuell mit der Thematik des Söldnertums.
Er zeigte verschiedene Fragen auf, die Maskulinität im Zusammenhang mit Peacekeeping Missionen aufwirft, aber noch nicht gebührend wissenschaftlich erörtert wurden. Insbesondere beschäftigt Paul Higate die Frage, was in den Köpfen der meist männlichen Täter vor
sich geht. Die Untersuchung dieses Problems sei unerlässlich, um die Zivilbevölkerung vor Ort besser vor sexualisierten Übergriffen schützen zu können. Auch die verschiedenen Rollen, die Männer innerhalb einer Mission einnehmen können, sollten seiner Ansicht nach
beleuchtet werden. Wie kann Maskulinität so positiv umgesetzt werden, dass Truppen freundlich Empfangen werden? Zudem haben die
Männer, die in den zivieln Teilen der Mission arbeiten, bisher wenig akademische Aufmerksamkeit erhalten und verdienen mehr Beachtung. Geschlossen wurde die Betrachtung mit dem Hinweis, dass "keine Nation besser ist als die andere, wenn Maskulinität und Macht sich vereinen und auf eine örtliche Zivilbevölkerung und Frauen trifft. Überall entstehen dieselben Strukturen sexualisierter Gewalt".
Im folgenden Workshop wurden von den Teilnehmern Fragen zum Umgang mit Militär und Maskulinität diskutiert.
1)Was sind die Faktoren, die zu einer Militarisierung einer Gesellschaft führen und was sind die Effekte dieser Militarisierung auf die Geschlechterrollen?
2)Gehen verschiedene Kulturen anders mit der Militarisierung von Geschlechterrollen um?
3)Was sind die Strategien, um der Entfaltung militarisierter Maskulinität in verschiedenen Situationen entgegen zu treten?
Der bleibende Eindruck war, dass es einer intensiven Betrachtung der Rollen von Männern, Frauen und der kulturellen Zusammenhänge bedarf. In praktischer Hinsicht kommen diese Betrachtungen häufig zu kurz, wie auch Paul Higate zu berichten wußte: Soldaten, die auf Peacekeeping Missionen geschickt werden, lassen die Trainings zu Gender gerne auch ausfallen, während Workshops, die die Sicherheit betreffen umso stärker frequentiert werden. Hier wird weniger Wert auf eine langfristige Strategie gelegt und die kurzfristige - wenn auch lebenssichernde – Strategie der Sicherheit höher gewertet.
Er zeigte verschiedene Fragen auf, die Maskulinität im Zusammenhang mit Peacekeeping Missionen aufwirft, aber noch nicht gebührend wissenschaftlich erörtert wurden. Insbesondere beschäftigt Paul Higate die Frage, was in den Köpfen der meist männlichen Täter vor
sich geht. Die Untersuchung dieses Problems sei unerlässlich, um die Zivilbevölkerung vor Ort besser vor sexualisierten Übergriffen schützen zu können. Auch die verschiedenen Rollen, die Männer innerhalb einer Mission einnehmen können, sollten seiner Ansicht nach
beleuchtet werden. Wie kann Maskulinität so positiv umgesetzt werden, dass Truppen freundlich Empfangen werden? Zudem haben die
Männer, die in den zivieln Teilen der Mission arbeiten, bisher wenig akademische Aufmerksamkeit erhalten und verdienen mehr Beachtung. Geschlossen wurde die Betrachtung mit dem Hinweis, dass "keine Nation besser ist als die andere, wenn Maskulinität und Macht sich vereinen und auf eine örtliche Zivilbevölkerung und Frauen trifft. Überall entstehen dieselben Strukturen sexualisierter Gewalt".
Im folgenden Workshop wurden von den Teilnehmern Fragen zum Umgang mit Militär und Maskulinität diskutiert.
1)Was sind die Faktoren, die zu einer Militarisierung einer Gesellschaft führen und was sind die Effekte dieser Militarisierung auf die Geschlechterrollen?
2)Gehen verschiedene Kulturen anders mit der Militarisierung von Geschlechterrollen um?
3)Was sind die Strategien, um der Entfaltung militarisierter Maskulinität in verschiedenen Situationen entgegen zu treten?
Der bleibende Eindruck war, dass es einer intensiven Betrachtung der Rollen von Männern, Frauen und der kulturellen Zusammenhänge bedarf. In praktischer Hinsicht kommen diese Betrachtungen häufig zu kurz, wie auch Paul Higate zu berichten wußte: Soldaten, die auf Peacekeeping Missionen geschickt werden, lassen die Trainings zu Gender gerne auch ausfallen, während Workshops, die die Sicherheit betreffen umso stärker frequentiert werden. Hier wird weniger Wert auf eine langfristige Strategie gelegt und die kurzfristige - wenn auch lebenssichernde – Strategie der Sicherheit höher gewertet.
Geschrieben von Hanna
in Frieden&Sicherheit, UN-Resolutiuonen
um
12:33
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: Frieden&Sicherheit, gender, konflikt, militär, männer, un-resolution 1325, UN-Resolutiuonen
Samstag, 30. Oktober 2010
A math lesson
The conference is coming to an end. Time to undertake the painful endeavour to summarize the feelings, debates, sometimes heated discussions and proposals that have piled up over the last three days. On the board is Petra Bläss-Rafajlovski from the German Women’s Security Council in
Berlin. And it all starts with a number: 6922.
6922 is what you get when you add 1325 + 1820 +1888 +1889.
But the real tricky question remains: can we make that all these resolutions actually add up to gender security policies?
Here is a summary of the thoughts that we gathered during this conference. "A math lesson" vollständig lesen »
Berlin. And it all starts with a number: 6922.
6922 is what you get when you add 1325 + 1820 +1888 +1889.
But the real tricky question remains: can we make that all these resolutions actually add up to gender security policies?
Here is a summary of the thoughts that we gathered during this conference. "A math lesson" vollständig lesen »
Alternative Kommunikation
Analphabetentum ist ein Problem, welches anlässlich des Liberia-Workshops aufgegriffen wurde, aber auch auf andere Regionen der Welt übertragbar ist. In Liberia ist etwa 50% der Bevölkerung nicht in der Lage, zu lesen und zu schreiben. Somit besteht die Herausforderung, diese Menschen adequat über ihre Rechte zu informieren.
Das Team von LolaMora Producciones beschreitet dabei andere Wege als die des geschriebenen Wortes. Ihre Filme, Radiosendungen und Podcasts über sexualisierte Gewalt in Konflikten wurden bisher vor allem in Lateinamerika und Afrika verbreitet.
Wer sich einen Eindruck über ihre Arbeit verschaffen will, klicke www.lolamora.net
Das Team von LolaMora Producciones beschreitet dabei andere Wege als die des geschriebenen Wortes. Ihre Filme, Radiosendungen und Podcasts über sexualisierte Gewalt in Konflikten wurden bisher vor allem in Lateinamerika und Afrika verbreitet.
Wer sich einen Eindruck über ihre Arbeit verschaffen will, klicke www.lolamora.net
Geschrieben von Hanna
in Frieden&Sicherheit, UN-Resolutiuonen
um
12:25
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: afrika, Frieden&Sicherheit, informations-design, medien, radio, sexualisierte gewalt, südamerika, UN-Resolutiuonen
Wir machen kein Gendertraining, das machen ja die Schweden...
... so lautet eine aus dem Publikum kolportierte Aussage über eine Bundeskonferenz zur Implementierung der UNSCR 1325 während der öffentlichen und in den Mittag vorverlegten Abschlussdiskussion der dreitägigen Konferenz im Gunda Werner Institut.
Auf dem Podium sitzen Petra Bläss-Rafailovski, freie Politikberaterin; Kerstin Müller, Mitglied der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen; Katelijn de Nijs, Organisatorin der Umsetzung des in Belgien unterzeichneten Nationalen Aktionsplans der Anwendung der Resolution 1325; Barbara Unmüßig, Vorstandsmitglied der Boell-Stiftung sowie Andreas Zumach, Journalist und Publizist aus Genf.
Zumach beantwortet die Frage im Untertitel der Abschlusskonferenz Welche Antworten hat die Politik - auf Fragen, die sie sich kaum stellt? Ein Blick auf die Redner_innenliste in der Programmankündigung zeigt auf: Lauri Muir, Political Affairs and Security Policy Division / NATO sagte letzten Mittwoch ab, Cornelia Pieper vom Auswärtigen Amt erteilte ihre Zusage nicht und auch sonst stellte sich kein_e Ressortsabgeordnete_r bereit. NATO-Generalsekretär Fogh Rasmussen äußerte sich am 29.10. auf der Konferenz zur Rolle von Frauen in der Globalen Sicherheit in Kopenhagen zur eigens implementierten Direktive der NATO. Diese, auf die drei P´s: prevention, participation and protection ausgerichtete Leitlinie würde in Afghanistan bereits konkret umgesetzt und könne auf Erfolge, wie die Zunahme von Mädchenschulbesuchen, der Frauenpartizipation in Parlamenten, auf Geschäftsgründungen von Frauen wie weitere Erfolge verweisen. Leider werden in den Positivismen der Rede weder wiederholt stattfindende Angriffe auf Mädchenschulen noch auf die von Politikerinnen oder deren permanente oder spontane Nonvisualisierung im Parlament benannt.
In diesem Zusammenhang verweist Kerstin Müller auf die dringend zu erledigenden Hausaufgaben der - in diesem Fall bundesdeutschen - Politiker_innen in Bezug auf die Umsetzung der UNSCR 1325. Ihr Antrag auf Einrichtung eines eigenen Nationalen Aktionsplans der Umsetzung der UNSCR wurde nur von der Linksfraktion des Bundestages mitvertreten. Es ist eine der Aufgaben des seit diesem Jahr wieder im UN-Sicherheitsrat vertretenen Deutschlands diese Politik weiter voran zu treiben und sich für die Schaffung und Verbreitung des politischen Umsetzungswillens einzusetzen - was von Katelijn de Nijs bestätigt und bekräftigt wird: Während es Staaten wie Schweden und die Niederlande gäbe, die in der Umsetzung Vorbildfunktion haben, ist es in anderen, wie Rumänien oder Zyprien schwer, einen Minimalstandard eines zwei-stündigen (sic!) Gendertrainings auf die Agenda zu bringen.
Die konkreten Forderungen liegen auf der Hand und wurden in den vergangenen drei Tagen nahezu gebetsmühlenartig wiederholt: Es braucht den politischen Willen der Umsetzung, an dem es zu oft gebricht. So hat Deutschland bis heute noch keine Nationalen Aktionsplan aufgesetzt, geschweige denn unterzeichnet. Thomas Fitschen, Mitglied des Auswärtigen Amtes und einer der wenigen bundespolitischen Akteure, die auf der Tagung gesichtet wurden, wird vom Freitag, nicht eben begeistert, zitiert: Dann kriegen se halt ihren Nationalen Aktionsplan. Deutlich wird, dass weiterhin der politische Wille erkämpft werden muss.
Schlagfähiger müssen wir, sagt Barbara Unmüßig exemplarisch für die Vertreter_innen der Böll-Stiftung und wohl auch für viele hier vertretene Aktivist_innen, werden, ein besseres und vor allem größeres Netzwerk bilden, Kreativität im Umgang mit den geringen Ressourcen im Friedensaktivist_innen-Netzwerk aufzeigen und immer wieder neue Verbündete finden. Auch müsste der Zugang in die Mainstream-Medien hergestellt werden: Obgleich von Seiten des Gunda-Werner-Instituts viel getan wurde, hat bisher lediglich die taz (leider nicht mehr online verfügbar) über den ersten Tag der Konferenz berichtet.
Nach Abschluss der Tagung bleibt auch zu fragen, wie Bewusstsein für die Selbstverständ-lichkeit der Menschenrechte für sich nicht als Mann oder Frau verstehende Personen, abseits der Umsetzung von Heteronormativität geprägter Resolutionen, geschaffen wird: Dies ist bis heute nicht Bestandteil der Resolution 1325. Auch ein deutscher Außenminister, der öffentlich mit seinem Lebenspartner in Staaten auftritt, die Diskriminierung nicht heterosexueller Lebensweisen auf ihrer - öffentlichen - Agenda stehen haben, wäre dem hinzufügen.
Geschrieben von Katharina Kaps
in Frieden&Sicherheit, UN-Resolutiuonen
um
12:16
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
(Seite 1 von 14, insgesamt 200 Einträge)
nächste Seite »










